Über das Label Gewässerperle PLUS
Das Label Gewässerperle PLUS zeichnet unberührte Gewässer sowie das Engagement der Menschen vor Ort für deren Schutz aus. Es wurde vom WWF Schweiz und seinen Partnern als ein innovatives Schutzinstrument auf freiwilliger Basis entwickelt, um die letzten natürlichen Fluss- und Bachabschnitte der Schweiz zu bewahren sowie deren Einzugsgebiete aufzuwerten.
Deshalb braucht es das Label
Weil das Label zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt.
Unsere Gewässer bilden wichtige Refugien für Fische, Vögel, Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Pflanzen und Algen. Doch menschliche Einflüsse wie Verbauungen, Begradigungen und Verschmutzungen setzen diesen Refugien immer mehr zu: Künstliche Schwellen unterbrechen die Vernetzung von Populationen. So hindern sie Fische zum Beispiel daran, in ihre Laichgebiete zu wandern. Heute sind 75 % der Schweizer Fisch- und Krebsarten bereits gefährdet oder ausgestorben. Damit dieser Trend nicht weiter geht, müssen wir unsere natürlichen Gewässer schützen. Genau dafür setzen wir uns mit unserem Label ein.
Weil das Label wertvolle Lebensräume schützt.
Flussauen sind wichtige ökologische Lebensräume, wie sie praktisch nur noch an naturnahen Flüssen und Bächen vorkommen. Sie sind überlebenswichtig für rund die Hälfte aller einheimischen Pflanzenarten und bieten über 1000 Tierarten Lebensraum – und das, obwohl sie nur noch etwa ein halbes Prozent der Schweizer Landesfläche ausmachen. 90 % aller Auen in der Schweiz sind durch die Kanalisierung, Begradigung, Entwässerung und Zerstückelung verloren gegangen. Um die noch verbleibenden Auen zu schützen, müssen wir unsere unberührten Gewässer erhalten. Auch dafür steht unser Label Gewässerperle PLUS.
Weil das Label eine Lücke im Gewässerschutz füllt.
Die aktuelle Schweizer Gesetzgebung schützt Fliessgewässer nur unzureichend und der politische Druck auf die Schutzbestimmungen ist und bleibt hoch. Neue gesetzliche Regelungen für einen besseren Schutz unserer Ökosysteme brauchen oft Jahre, bis sie in Kraft treten. Zudem bedeuten Gesetze auf dem Papier nicht zwangsläufig, dass der Schutz in der Realität umgesetzt wird. Unser Label schliesst hier eine Lücke, indem sich unterschiedliche Interessengruppen gemeinsam freiwillig für den Schutz ihrer natürlichen Gewässerabschnitte einsetzen. Das Label wird so zu einem innovativen Instrument für die lokale Bevölkerung, um die letzten noch intakten Gewässerperlen zu bewahren.
Diese Gewässer sind bereits zertifiziert
Beverin
Trägerschaft: Gemeinde Bever
Chamuera
Trägerschaft: Gemeinde La Punt Chamues-ch
Goldach
Trägerschaft: Verein Goldach-Gewässerperle Plus
Mässerbach
Trägerschaft: Landschaftspark Binntal
Breggia
Trägerschaft: Gemeinde Breggia und Gemeinde Castel San Pietro
Roggenhausenbach
Trägerschaft: Ortsbürgergemeinde Aarau
Laufende Zertifizierungen
Das Label «Gewässerperle PLUS» stösst auf reges Interesse. Aktuell laufen unter anderem Zertifizierungsprozesse für folgende Gewässer und Trägerschaften:
- Morge (VS), Gemeinden Savièse und Conthey
- Magliasina (TI)
- Tièche (VS), Gemeinde Crans-Montana
- Buron (VD)
Gewürdigte Gewässer
Eine unabhängige Jury wählt für uns jedes Jahr Schweizer Bäche und Flüsse aus, die wir für ihre Natürlichkeit und Schönheit würdigen. An einer nationalen Gewässer-Feier bedanken wir uns bei den Gemeinden, welche diese Gewässer beheimaten. Wir ermutigen sie, den aktuellen Zustand bewusst zu erhalten – etwa indem sie sich mit dem Label «Gewässerperle PLUS» zertifizieren lassen.
- 2025: Menthue (VD), Grosse Fontanne (LU), Rì di Lodano (TI), Laggina (VS), Gäbelbach (BE), Ibach (BL/SO), Rein da Sumvitg (GR), Säntisthur & Seebach (SG), Littebach/Cholge (AG)
- 2024: Brancla (GR), Buron (VD), Chiene (BE), La Tièche (VS), Lorze (ZG, ZH), Magliasina (TI), Necker/Thur (SG), Zulg (BE)
- 2023: Areuabach (GR), Breggia (TI), Chärstelenbach (UR), Emme (BE), Glütschbach (BE), Morge (VS), Nozon (VD), Printse (VS), Rotbach (LU), Talent (VD)
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