Gewässerperle PLUS
Zahlreiche Vertreter:innen der nominierten Breitach strahlten über die Würdigung an der Gewässerfeier von WWF Deutschland. © M. Sienz / WWF Deutschland

Der Funke springt über die Grenze: Gewässerperlen in Deutschland

In Deutschland wurden erstmals vier Gewässerperlen-Kandidatinnen nominiert. Die vier Flüsse und Bäche liegen in Süddeutschland. Der Schweizer Verein Gewässerperlen war an der Gewässerfeier am 19. Mai 2026 in Kempten im Allgäu mit dabei.

«Wir laden ein zur Flussfeierstunde!» hiess es am 19. Mai 2026, als der WWF Deutschland erstmals einen Nominierungsevent für Gewässerperlen-Kandidatinnen veranstaltete. Im stimmungsvollen Altstadtlokal «Salon» in Kempten (Allgäu), unweit der eindrücklichen Iller, wurden vier natürliche Flüsse in Süddeutschland nominiert und das Engagement der Menschen vor Ort gewürdigt. Vertreter:innen der entsprechenden Gemeinden und örtlichen Vereinigungen folgten der Einladung zahlreich.

Die nominierten Gewässer sind:

  • Die Saalach (Südost-Bayern), Grenzfluss zwischen Deutschland und Österreich, nominierter Abschnitt zwischen St. Martin bei Lofer und Unterjettenberg.
  • Die Breitach (Bayern), entspringt im österreichischen Vorarlberg, mündet in die Iller, weit verzweigte Abschnitte und tiefe Schluchten, darunter die tiefste Felsenschlucht Europas, die Breitachklamm, wo auch der 5,4 km lange nominierte Abschnitt liegt.
  • Die Haidgauer Ach (Baden-Württemberg), organisch geprägt und eingebettet im Naturschutzgebiet Wurzacher Ried zwischen vielen Mooren, nominiert auf der gesamten Länge von 4,5 km
  • Der Schwarze Regen (Ostbayern), silikatischer Mittelgebirgsfluss im Bayerischen Wald, weitgehend unbeeinflusst zwischen Treisnach und der Ortschaft Regen, wo er auch «Bayerisch Kanada» genannt wird.

Auch der Schweizer Verein Gewässerperlen war mit zwei Vorstandsmitgliedern vor Ort und Gabriele Aebli als Geschäftsführerin des Vereins berichtete von den Erfahrungen aus der Schweiz. Im Anschluss an die Gewässerfeier tauschten sich die Gäste angeregt über die mit der Nominierung verbundenen Chancen und die nächsten Schritte zum Label aus.

Gabriele Aebli, Geschäftsführerin Verein Gewässerperlen, berichtet über die Erfahrungen aus der Schweiz. © M. Sienz / WWF Deutschland

«Dass das in der Schweiz entwickelte Label den Sprung über die Landesgrenze geschafft hat, freut uns ausserordentlich» sagt Gabriele Aebli. «Wir hoffen, dass auf die positive Stimmung der Gewässerfeierstunde nun auch bald konkrete Schritte für die erste Zertifizierung in Deutschland folgen.» Wie einzelne Behördenvertreter:innen der nominierten Gewässer in Aussicht stellten, scheint dies durchaus bald möglich zu sein.

Das Label Gewässerperle PLUS wurde in der Schweiz vom WWF und weiteren Partnern entwickelt.2021 wurden die ersten zwei Flüsse im Engadin zertifiziert, in der Zwischenzeit tragen bereits sieben Gewässer die Zertifizierung. Der WWF Deutschland hat das Label 2023 übernommen.

Beitrag auf der deutschen Website: Nominierung von vier potenziellen Gewässerperlen-Kandidaten - Gewässerperlen