Der wohl kleinste Werkzeugkoffer für Schulen
Die Goldach in Appenzell-Ausserrhoden trägt seit 2024 das Label Gewässerperle PLUS. Mit dem Werkzeugkoffer konnte dieses Jahr eine zentrale Massnahme dieser Zertifizierung umgesetzt werden. Lehrpersonen bekommen Anregungen, um mit ihren Schulklassen vor Ort den Fluss zu erkunden.
Die Goldach entspringt auf über 1000m.ü.M. im Appenzellerland und mündet bei der Ortschaft Goldach in den Bodensee. Der Fluss zeichnet sich durch eine ursprüngliche Wildheit aus und ist stellenweise unzugänglich. Diese Qualität als naturnahes Gewässer soll für die Zukunft erhalten bleiben. Hierfür haben sich die Gemeinden Rehetobel, Speicher, Trogen und Wald zum Verein Goldach Gewässerperle PLUS zusammengetan. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass ein Teilabschnitt der Goldach seit Juni 2024 mit dem Label Gewässerperle PLUS zertifiziert ist.
Der Zertifizierung ging ein partizipativer Prozess mit drei Workshops voraus, zu denen die Bevölkerung der beteiligten Gemeinden eingeladen wurden. Basierend auf den Ergebnissen wurde ein Massnahmenkatalog definiert. Die Umsetzung dieser Massnahmen, entsprechend ihrer Priorisierung, ist Teil der Zertifizierung.
Mit dem Werkzeugkoffer konnte im ersten Halbjahr 2026 nun eine der als zentral definierten Massnahmen umgesetzt und der Öffentlichkeit präsentiert werden.
«Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.»
Der Idee zu Grunde liegt eben dieser Gedanke des Zoologen und Nobelpreisträgers Konrad Lorenz. So soll der Werkzeugkoffer Lehrkräfte dazu einladen, sich gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aller Bildungsstufen aktiv mit dem Thema «Wasser, Flüsse und Bäche» auseinanderzusetzen und dabei eigene Forschung und Erfahrungen – bewusst auch an ausserschulischen Lernorten – machen zu können.
Zusammengestellt von zwei erfahrenen Lehrpersonen der Schule Wald AR enthält der Werkzeugkoffer viele Anregungen darüber, was und vor allem wie mit Kindern unterschiedlichen Alters natürliche Gewässer erkundet und erforscht werden kann.
Für die Umsetzung ist nur wenig Material notwendig, ein Grossteil davon ist in Schulen vorhanden oder kann einfach beschafft werden. Entsprechend klein kommt der Werkzeugkoffer daher: Nämlich in Form eines USB-Sticks. Da die Inhalte nicht rechtlich geschützt sind, können sie problemlos auf schulinternen Netzwerken zugänglich gemacht werden.
Öffentliche Übergabe
Der Einladung zur Übergabe des Werkzeugkoffers an die Öffentlichkeit folgten im März 2026 rund 20 Personen, wobei alle sieben öffentlichen und privaten Schulenim Einzugsgebiet vertreten waren. Nach Präsentationen zur Vision des Vereins, der hinter der Zertifizierung mit dem Label Gewässerperle PLUS steht, und zur Idee des Werkzeugkoffers, stand der persönliche Austausch im Zentrum. Dabei stiessen die Inhalte des Werkzeugkoffers auf durchwegs positive Resonanz und es war eine grosse Motivation für die Auseinandersetzung mit der Thematik spürbar. Mit einer Umfrage zur Erfolgskontrolle wird das Projekt zurzeit abgeschlossen.
Dieser winzige Werkzeugkoffer ist ein anschauliches Beispiel für eine Maßnahme im Bereich Bildung, die in enger Kooperation mit der lokal ansässigen Bevölkerung entsteht. Es sind genau diese Massnahmen, die dazu beitragen, auch die jüngsten Generationen mitzunehmen und sie für den Schutz von naturnahen Gewässern zu sensibilisieren.
Mit einer Schulklasse in der Nähe der Goldach unterwegs? Lehrpersonen, die gerne mit dem Werkzeugkoffer arbeiten möchten, melden sich beim Verein Goldach Gewässerperle PLUS.