La Morge – die erste Gewässerperle PLUS der Romandie
Die La Morge im Zentralwallis zählt zu den wertvollsten naturnahen Fliessgewässern der Schweiz. Vom Tsanfleuron-Gletscher bis hinunter nach Glarey hat die Morge im Zentralwallis ihre natürliche Dynamik weitgehend behalten. 21 Kilometer sind davon sind heute als Gewässerperle PLUS zertifiziert – als erstes Gewässer der Westschweiz. Zum zertifizierten Abschnitt gehören auch die drei Hauptzuflüsse Lachon, Tsanfleuronne und Contheysanne.
Lebensräume vom Gletscher bis ins Rebbaugebiet
Besonders wertvoll sind die vielfältigen Lebensräume entlang des Gewässers:
- proglaziale Auen, also Schwemmebenen direkt unterhalb des Gletschers
- Flachmoore von nationaler Bedeutung
- seltene Auenwälder
- Trockenwiesen und -weiden
Diese Vielfalt auf engem Raum macht den ökologischen Wert des Gewässers aus.
Grosse Artenvielfalt
Auf Grund der vielfältigen Lebensräume ist auch die Artenvielfalt sehr gross. Es finden sich unter anderem:
Säugetiere: Steinbock, Gämse, Hirsch, Reh, Hermelin, Schneehase
Vögel: Steinadler, Bartgeier, Habicht, Turmfalke, Mäusebussard
Amphibien und Reptilien: Bergmolch, Feuersalamander sowie mehrere Reptilienarten
Fische: Bachforelle und Groppe in den tiefer gelegenen Abschnitten
Zwei Gemeinden, ein Plan
Um dieses einzigartige Naturerbe langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln, haben sich die Gemeinden Savièse und Conthey gemeinsam für die Zertifizierung mit dem Label Gewässerperle PLUS entschieden. Der Zertifizierungsprozess führte also die beiden Gemeinden zusammen und schuf erstmals eine gemeinsame Vision für die Zukunft der La Morge. Der daraus entstandene Entwicklungsplan bildet die Grundlage für Schutz, Aufwertung und nachhaltige Nutzung des Gewässers in den Jahren 2026 bis 2031.
Die wichtigsten Massnahmen bis 2031
Zu den wichtigsten Massnahmen des Entwicklungsplans gehören unter anderem:
- Die Überwachung der Wasserqualität
- Das Management invasiver Neophyten
- die Entwicklung eines Konzepts zur Anpassung an den Klimawandel und zum Wassermanagement
- Massnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung.
Ergänzt werden diese Massnahmen durch Bildungsangebote für Schulen, die Besucherlenkung in sensiblen Gebieten, partizipative Projekte mit der Bevölkerung und Massnahmen zur Erhaltung und Aufwertung wertvoller Lebensräume.