Gewässerperle PLUS

Ri di Lodano – wilde Gewässerperle im Maggiatal

Der Ri di Lodano im Tessin gehört zu den letzten weitgehend unberührten Bergbächen der Schweiz. Mit steilen Tobeln, Wasserfällen, grossen Blockfeldern und einer natürlichen Abflussdynamik hat er seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Zertifiziert ist ein naturnahes Gewässernetz von rund 18,4 Kilometern, das vollständig auf dem Gebiet der Gemeinde Maggia liegt.

Eine wichtige Rolle fĂĽr Natur und Kultur

Der Ri di Lodano befindet sich in einem Tal von hoher ökologischer Bedeutung, das auch für seine alten Buchenwälder bekannt ist, die Teil des UNESCO-Welterbes sind. Prägend für den Ri di Lodano und sein Umfeld sind:

Neben seinem ökologischen Wert hat der Ri di Lodano auch eine historische und identitätsstiftende Bedeutung für die Region.

Wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten

Der Bach und seine Umgebung bieten wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und gelten als bedeutende Quelle der Biodiversität im Maggiatal. Nachgewiesen sind unter anderem:

Insekten: wassergebundene Insektengruppen und Libellen
Wirbeltiere: Vögel, Amphibien und Kleinsäuger
Pflanzen und Moose: standorttypische Flora sowie verschiedene Moose

Über einzelne Artengruppen ist bisher wenig bekannt. Der im Zug des Zertifizierungsprozesses erarbeitete Entwicklungsplan sieht deshalb auch die Erstellung eines umfassenden Artenkatalogs vor. Dieser soll die biologische Vielfalt des Gewässers künftig systematisch dokumentieren.

Zwei Trägerschaften, ein Plan

Um den hervorragenden ökologischen Zustand des Gewässers langfristig zu sichern und gleichzeitig die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem Tal zu stärken, haben sich die Gemeinde Maggia und die Ortsbürgergemeinde Lodano gemeinsam für das Label «Gewässerperle PLUS» entschieden. Die Bewertung zeigte, dass der zertifizierte Abschnitt sämtliche Anforderungen erfüllt und sich in ausgezeichnetem Zustand befindet.

Die wichtigsten Massnahmen der nächsten fünf Jahre

Der Entwicklungsplan der beiden Gemeinden wurde gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung erarbeitet und umfasst 16 Massnahmen. Im Vordergrund stehen:

Ergänzt werden diese Massnahmen durch Forschungsprojekte zur Biodiversität des Gewässers.