Der Eisvogel: Ein Botschafter für natürliche Gewässer
Der Eisvogel ist ein farbenprächtiger, geschickter Jäger, der an klaren Gewässern lebt. Doch Lebensraum und Brutplätze des auffälligen Vogels stehen durch menschliche Eingriffe zusehends unter Druck. Ein Porträt über den Vogel des Jahres 2026, das zeigt, dass Gewässerschutz auch Vogelschutz ist.
Selbst Menschen, die ihn nicht kennen, wird der Eisvogel unmittelbar ins Auge fallen. Denn was den Vogel auszeichnet, ist sein leuchtend türkis-orange-farbiges Gefieder. Dieses macht ihn zu einem der farbenfrohsten Vögel der Schweiz.
Trotz seiner Grösse von nur 16 bis 18 cm ist der Eisvogel ein beeindruckender Jäger. Er ernährt sich vorwiegend von kleinen Fischen, die er mit seinem langen, schmalen Schnabel bei einem blitzschnellen Sturz ins Wasser fängt.
In der Fortpflanzungszeit nutzt er diese Fertigkeit auch, um Weibchen von sich zu überzeugen. So bezirzt der Eisvogel potenzielle Partnerinnen, indem er ihnen kleine Fische schenkt.
Höhlen statt Nester: die sensiblen Brutplätze des Eisvogels
Der Eisvogel lebt an klaren Gewässern mit vielen Fischen. So ist er beispielsweise an den Gewässerperlen Lorze, Reuss, Thur, Alten Aare oder der Menthue zu finden. Anstelle eines Nests gräbt er bis zu 80cm lange Bruthöhlen in steile Lehmwände. Darin legt er seine Eier ab und zieht seinen Nachwuchs auf.
Damit letzteres gelingt, ist es wichtig, dass die Bruthöhlen ungestört bleiben. Man sollte also dem Eisvogel – trotz seiner faszinierenden Schönheit – nicht zu nahetreten.
Wer den Vogel dennoch verantwortungsvoll beobachten möchte, hat von März bis August gute Chancen in den BirdLife-Naturzentren in La Sauge im Kanton Waadt, Neeracherried in Zürich und am Klingnauer Stausee in Aargau. «Dort haben wir Lebensräume für diesen schönen blau glänzenden Vogel geschaffen», erklärt Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz.
Begradigte Gewässer gefährden den Eisvogel
Der Eisvogel ist ein Symbol für die Biodiversität und reine, natürliche Gewässer. «Wo der Eisvogel fliegt, lebt der Fluss. Seine schillernden Farben verraten: Hier ist die Natur noch intakt», sagt Ruedi Bösiger, Lead River Restoration & Conservation, WWF Schweiz.
Die Zerstückelung, Begradigung und Kanalisierung von Flüssen und Bächen bedrohen aber mehr und mehr wertvolle Lebensräume und Brutplätze. «Der Eisvogel steht deshalb in der Schweiz auf der Roten Liste», erklärt Raffael Ayé.
Damit der Eisvogel auch in Zukunft in der Schweiz anzutreffen bleibt, müssen wir die nur noch spärlich vorhandenen natürlichen Gewässer der Schweiz schützen. Dafür setzt sich der Verein Gewässerperlen ein. Mit dem Label Gewässerperle PLUS zeichnet er unberührte Flüsse, Bäche und Gewässerabschnitte in der Schweiz und das Engagement der Menschen dahinter aus.
Mehr zum Eisvogel gibt es im Video von BirdLife Schweiz: